Chinesisch-Europäisches Wissenschaftlerforum: Wiener Fachforum zu digitaler Intelligenz und nachhaltigen Werkstoffen

Am 28. Oktober 2026 fand im SkyDome Seminar and Conference Centre in Wien das Internationale Forum zur Integration digitaler Intelligenz und zur nachhaltigen Werkstoffentwicklung statt. Es war eine Parallelveranstaltung des Chinesisch-Europäischen Wissenschaftlerforums.
Veranstalter war der Verein chinesischer Wissenschaftler und Techniker in Österreich (PASCO). Mitveranstalter waren die Hunan University of Science and Technology, das International Center for Education and Innovation (ICEI), das internationale Gemeinschaftslabor des chinesischen Bildungsministeriums für neue Feuerfesttechnologien in der Stahlindustrie sowie das State Key Laboratory of Advanced Refractories der Wuhan University of Science and Technology.
Vertreterinnen und Vertreter von Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus China, Österreich und weiteren europäischen Ländern kamen in Wien zusammen. 22 Fachleute stellten Forschungsergebnisse zu künstlicher Intelligenz und modernen Werkstoffen, Werkstoffverarbeitung, CO₂-armem Zement, der Verwertung industrieller Nebenprodukte, umweltschonender Produktion, Kreislaufwirtschaft und industrieller Innovation vor. Zu den vertretenen Einrichtungen gehörten das Materials Center Leoben, die Montanuniversität Leoben, die Technische Universität Graz, die Medizinische Universität Wien, die Wuhan University of Technology, die Wuhan University of Science and Technology und das Harbin Institute of Technology. Insgesamt nahmen knapp 100 Personen aus Wissenschaft und Wirtschaft Chinas und Österreichs teil.

Das Forum fand im Jahr des 55-jährigen Bestehens der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Österreich statt. Es brachte Forschung und Industrie zusammen, um konkrete Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu besprechen. Im Mittelpunkt standen der Einsatz digitaler Intelligenz für nachhaltige Werkstoffinnovationen sowie die Verbindung von Forschungsergebnissen mit industriellem Bedarf und internationalen Partnern in China, Österreich und anderen europäischen Ländern.
Guoqing Dai, Botschaftsrat für Wissenschaft und Technologie an der chinesischen Botschaft in Österreich, hielt eine Eröffnungsansprache.
Forschung und Industrie zusammenbringen

PASCO-Präsident Prof. Shengli Jin betonte in seiner Eröffnungsrede, dass die Zukunft der Innovation sowohl vom technologischen Fortschritt als auch von einer wirksamen Zusammenarbeit der Beteiligten abhänge.
Er ermutigte die Teilnehmenden, Verbindungen zwischen Ländern, Wissenschaft und Industrie sowie Forschung und Anwendung aufzubauen und gemeinsam Lösungen für aktuelle Herausforderungen zu entwickeln. Aus dem Austausch sollten neue Ideen, tragfähige Partnerschaften und konkrete Projekte mit österreichischen, chinesischen und weiteren europäischen Partnern entstehen.

Digitale Intelligenz in der Werkstoffforschung



In den Vorträgen ging es darum, wie künstliche Intelligenz die Werkstoffentwicklung unterstützen kann, wie digitale Verfahren die Fertigung verbessern und wie sich die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit neuer Materialien prüfen lassen.

Dr. Hans-Peter Gänser vom Materials Center Leoben stellte Anwendungen von maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz für moderne Werkstoffe vor. Prof. Christof Sommitsch von der Technischen Universität Graz erläuterte den Einsatz von Modellierung und maschinellem Lernen in der Werkstoffverarbeitung und Prozessoptimierung.


Prof. Wei Chen, Chief Professor an der Wuhan University of Technology, berichtete über die Entwicklung und Anwendung CO₂-armer Zemente in China. Prof. Priyadharshini Perumal von der Montanuniversität Leoben stellte Forschungsarbeiten zur Verwertung industrieller und bergbaulicher Nebenprodukte, zu alternativen Bindemitteln und zu nachhaltigen Baustoffen vor.
Die Beiträge reichten von der Vorhersage von Werkstoffeigenschaften und der Prozessoptimierung bis zu CO₂-armen Baustoffen und der Wiederverwertung industrieller Abfälle. Sie zeigten konkrete Einsatzmöglichkeiten digitaler Verfahren in der nachhaltigen Werkstoffentwicklung.
Industrielle Anwendungen und technische Prüfung
Weitere Vorträge behandelten Funktionskeramik, Werkstoffverarbeitung, die Simulation metallurgischer Prozesse, Batterierecycling, industrielle Aktorik, Werkstoffprüfung und Zuverlässigkeitsbewertung.



Prof. Arish Dasan untersuchte Chancen und Schwierigkeiten bei der Herstellung von Funktionskeramik aus Abfallstoffen mittels Binder Jetting. Prof. Yajie Dai stellte neuartige flächige Keramikfilter zur Reinigung von Schmelzen vor. Dr. Peng Lin erläuterte die Anwendung der Recurrence-CFD-Simulation auf den Stofftransport und die Partikelverfolgung in einem Verteiler beim Stranggießen.

Dr. Lukas Wiszniewski, Geschäftsführer und Mitgründer von RePyro, präsentierte Technologien für geschlossene Batterierecyclingkreisläufe. Prof. Tuopu Na sprach über Aktorik für industrielle Umgebungen und berührungslose Lösungen.




Prof. Wolfgang Drexler von der Medizinischen Universität Wien stellte Innovationen der optischen Kohärenztomografie (OCT) und der Photonik für die medizinische Bildgebung vor. Peter Ruchti, Geschäftsführer bei ZwickRoell, berichtete über Werkstoffprüfungen unter extremen Bedingungen. Thomas Walter, Mitgründer und Geschäftsführer von ReLab Research, erläuterte beschleunigte mechanische Ermüdungsprüfungen elektronischer Bauteile und Methoden zur Untersuchung physikalischer Ausfallmechanismen. Erik Weckowski von Thermiq GmbH stellte Entwicklungen zum Schutz von Gebäudeoberflächen, zur Reflexion von Sonnenstrahlung und zur Energieeinsparung vor.
Die Beiträge verbanden Werkstoffentwicklung und Fertigung mit Leistungsprüfungen und Zuverlässigkeitsbewertungen. Damit wurde der Weg von der wissenschaftlichen Forschung über die technische Validierung bis zur industriellen Anwendung sichtbar.
Weitere Felder der chinesisch-europäischen Zusammenarbeit
Neben Werkstoffwissenschaft und Industrietechnik befasste sich das Forum mit Cybersicherheit, künstlicher Intelligenz, der Verarbeitung natürlicher Sprache, internationaler Bildung und Technologietransfer.


Dr. Cornelius Granig, Gründer von YANUS und Partner für Cybersicherheit bei Grant Thornton Austria, sprach über Cybersicherheit, KI und Vertrauen in der internationalen akademischen Zusammenarbeit. Dr. Caichun Gong, Generalsekretär des Organisationskomitees des Chinesisch-Europäischen Wissenschaftlerforums, berichtete über Erfahrungen mit Metaverse-Innovationen, der Verarbeitung natürlicher Sprache und der technologischen Zusammenarbeit zwischen China und Europa.

ICEI-Vizepräsident Martin Soeroes und Diana Fedorenko stellten die Arbeit des Zentrums in den Bereichen internationale Bildung, Forschungskooperation und Technologietransfer vor.
Das im Juni 2026 in Wien gegründete ICEI vernetzt Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Eine gemeinsam mit der Wuhan University of Science and Technology organisierte Sommerschule verband Unternehmensbesuche, Hochschulaustausch und kulturelles Lernen. Das Projekt ist ein praktisches Beispiel für den Bildungsaustausch und die Förderung junger wissenschaftlicher Talente zwischen China und Österreich.
In persönlichen Gesprächen und beim abendlichen Austausch lernten die Teilnehmenden die Forschungsschwerpunkte, technischen Kompetenzen und Kooperationsinteressen der anderen näher kennen. Dabei konnten sie Möglichkeiten für akademischen Austausch, gemeinsame Forschung und Zusammenarbeit mit Unternehmen besprechen.


Dank an Mitveranstalter, Förderer und Freiwillige
Mitveranstalter, unterstützende Einrichtungen, Unternehmen, Medienpartner, das Organisationsteam und Freiwillige trugen zur Durchführung des Forums bei.
PASCO dankt der Hunan University of Science and Technology für die Mitorganisation und finanzielle Unterstützung, ZwickRoell für das Sponsoring des gemeinsamen Abendessens sowie Wuhan Shanda Chemical und DEW 3D Printing Technology (Taicang) Co., Ltd. für ihre Unterstützung. Besonderer Dank gilt ICEI-Generalsekretär Jakub Gurba für seine Hilfe bei den Vorbereitungen.
Der Dank gilt außerdem CCTV.com der China Media Group und dem Organisationskomitee des Chinesisch-Europäischen Wissenschaftlerforums für ihre Unterstützung, den Medienpartnern ‘奥国那些事儿’ (Stories from Austria), SINOPRESS und YANUS für ihre Berichterstattung sowie allen Vortragenden, Gästen, Organisierenden und Freiwilligen.
PASCO wird den Austausch zwischen Forschungseinrichtungen, Hochschulen und Unternehmen in China, Österreich und Europa weiter unterstützen. Daraus sollen gemeinsame Vorhaben in Technologie, nachhaltiger Entwicklung und internationaler Nachwuchsförderung entstehen.
Über PASCO
Der Verein chinesischer Wissenschaftler und Techniker in Österreich (Professional Association of Chinese Scientists and Technologists in Austria, PASCO) wurde 2011 in Wien gegründet. Der nicht gewinnorientierte Fachverein richtet sich an chinesische Fachkräfte in Österreich, die in Forschung, Ingenieurwesen und Industrie tätig sind.
PASCO organisiert den fachlichen Austausch, fördert die gegenseitige Unterstützung seiner Mitglieder und unterstützt die wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit zwischen China und Österreich sowie zwischen China und Europa.
Quellen: Unterlagen von PASCO und Berichterstattung der China Media Group.